Die Verbreitung und der Zubau erneuerbarer Energien in Afrika sind angesichts der günstigen Voraussetzungen wie guter Solareinstrahlung und großem Strombedarf wider Erwartungen viel zu niedrig. Man darf darüber streiten, ob FairGrid das geeignetste Mittel zur Sicherung der Stromversorgung und zur Verbreitung erneuerbarer Energien ist. Es sollte jedoch im Zeitalter des forcierten Klimawandels jedem klar sein, dass ein irgendwie geartetes EEG oder eine andere Fördermaßnahme zur Einführung erneuerbarer Energien in Afrika und den anderen Regionen rund um den Äquator dringend notwendig ist!
Unzuverlässige Stromnetze bremsen nicht nur das Wirtschaftswachstum oder die Entwicklung der Gesellschaft; sie verhindern auch die schnelle Verbreitung der PV Anlagen. Wenn schon in Europa die Förderung von regenerativen Energien notwendig ist, wie könnte dann die Energiewende in Afrika ohne Förderung gelingen? Fair Grid ermöglicht und fördert den Ausbau erneuerbarer Energien und damit die Energiewende.

Die FairGrid Idee setzt wesentlich auf eine langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit lokaler Universitäten mit einer deutschen Hochschule. Gleichzeitig kann damit auch von Anfang an der Erfolg des Projektes protokolliert und wissenschaftlich ausgewertet werden. Die lokalen Hochschulen sollen sich einbringen, um faire Abschaltkriterien bei drohender Überlastung festzulegen und zu justieren, kostengerechte Tarife zu entwickeln, die Kunden zu informieren, Fragen vor Ort zu klären, Energiesparvorschläge zu unterbreiten und Mittler zu den lokalen Energieversorgern zu werden. Schließlich soll die Einbindung lokaler Hochschulen die Akzeptanz fördern und die notwendige Augenhöhe herstellen.

FairBoxen steuern autonom und benötigen dadurch keine aufwändigen zentralen Steuerungen oder Regierungsverwaltungen. Dies ermögliche es, sie dezentral in kleinen Inselnetzen aber auch in landesweiten Stromnetzen einzusetzen. Kleine Versorgungsinseln können dann auch sehr einfach mit größeren Netzen verbunden werden, oder bei Bedarf auch wieder abgetrennt werden. Aufwändige Ferntrassen erübrigen sich bei dezentraler Stromversorgung. Die FairBoxen sind kompatibel mit vorhandenen Stromerzeugern. FairGrid kann die Energiewende auch in entlegenen Gebiete und in Ländern mit schwacher Regierung ermöglichen.

FairGrid setzt allein auf Argumente, Einvernehmen mit den bisherigen Stromnetzbetreibern sowie Freiwilligkeit und kennt daher keinen Anschlusszwang. Sollte jemand innerhalb eines FairGrid-Versorgungsbereichs aus irgendwelchen Gründen den FairGrid Konditionen nicht zustimmen können, so wird das akzeptiert. Er erhält jedoch trotzdem einen neuen Stromzähler, d.h. eine FairBox, sowie ein neues geschirmtes Anschlusskabel und wird dann weiterhin zu den alten Konditionen beliefert, d.h. er erhält den Strom mit all den Ausfällen wie die umliegenden konventionellen Stromversorgungen. Die notwendigen Schaltungen erfolgen (verschlüsselt) über das GSM Netz.

Im Normalfall wird im FairGrid der frequenzbildende Stromerzeuger auf knapp 51 Hz ausgeregelt. Steigt plötzlich die Last oder sinkt die Einspeiseleistung aus Solar- oder Windkraftanlagen, so wird zunächst die Frequenz etwas sinken, die motorische Last wird abnehmen, und somit stimmt die Balance zwischen Stromerzeugung und Verbrauch wieder. Im Frequenzbereich zwischen 51 Hz und 49 Hz liegt 4% kostenloser und schnell verfügbarer Lastpuffer, der nicht kurzfristig ausgeglichen werden muss. Dadurch benötigt Fair Grid weniger kurzfristige Speicherkapazität. Die meisten elektrischen Geräte haben mit Frequenzabweichungen von ±5% keine Probleme.

FairGrids sichern „nur“ eine Basisstromversorgung für alle ab. Durch das breite Frequenzband von 51 bis 49 Hz braucht es kaum Lastpuffer; und wegen der Möglichkeit des Abwurfs zusätzlicher Last bei Unterfrequenz auch weniger Stromerzeugungskapazitäten. Somit sind FairGrids wesentlich weniger aufwändig als konventionelle Stromnetze. FairGrids sind dadurch sowohl prädestiniert für Entwicklungs- und Schwellenländer als auch für Netze mit hohem Anteil fluktuierender erneuerbarer Energien.

Da erneuerbarer Strom heute schon günstiger ist als Strom aus konventionellen Energieträgern, benötigt das Energieförderprojekt FairGrid zum Glück weder Umlagefinanzierung noch Steuergelder. Die Kosten für die FairBox liegen zumindest nach der Einführungsphase dank der hohen Stückzahlen im Bereich dessen was ein einfaches Smartphone kostet und sollten von der Bevölkerung bezahlt werden können. Eine Startfinanzierung aus EU-Mitteln wäre effizienter Klimaschutz und könnte den Umstieg auf regenerative Energien beschleunigen. Die Kosten für die Erstellung der Software für FairGrid und die notwendige Betreuung sollte von Ländern getragen werden, die Interesse daran haben, dass das Stromnetz in den Zielländern der gesamten Bevölkerung dienen soll und nicht den Einzelinteressen von Personen großen Firmen. Eine als „Open Source“ erstellte Software würde voraussichtlich möglichen Manipulationen auf Dauer nicht standhalten.